Brandenburg-Preussen und die Niederlande : Zur Dynamik einer Nachbarschaft /
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Während der Regierungszeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (Lebensdaten 1620-1688) zogen zahlreiche Künstler, Baumeister und Ingenieure aus den Niederlanden nach Brandenburg. Friedrich Wilhelm studierte in den Niederlanden, heiratete die oranische Prinzessin Luise Henriette und verlieh der Kultur, der Kunst und der Wissenschaft seines Landes ein ausgesprochen niederländisches Gepräge. Der fruchtbare Kontakt mit dem angesehenen Nachbarn im Westen - im Jahre 1614 wurde das Land Kleve Kurbrandenburg zugesprochen - setzte sich während des achtzehnten Jahrhunderts fort. Einige der in unserem Band gesammelten Aufsätze verschaffen ein Bild der auch heute noch sichtbaren Spuren dieses freundschaftlichen Verhältnisses. Die Architektur der Stadt Potsdam ist der lebendige Zeuge. Während des neunzehnten und des zwanzigsten Jahrhundert sind die Niederlande in Europa nicht mehr tonangebend und tritt an die Stelle der einseitigen Abhängigkeit eine produktive Wechselwirkung zwischen ihnen und Brandenburg-Preußen. In den vorliegenden Beiträgen wird aber vor allem der niederländische Einfluß dargestellt. Da kein Dichtername so stark mit Preußen und seiner umstrittenen Geschichte identifiziert wird wie derjenige Theodor Fontanes, bekommt Fontane mit seiner kritischen Bewertung Preußens in diesem Buch neben Potsdam den Ehrenplatz.
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1 online resource (224 pages) : illustrations. :
Includes bibliographical references and index. :
9789004609648
Eurovisionen : Vorstellungen von Europa in Literatur und Philosophie /
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Das Thema Europa bewegt nicht nur die Politik. Wie sah man Europa und was wollte man damit? Wie zeigt es sich jetzt und was für Probleme wirft es auf? Was wird von ihm angstvoll erwartet und sehnlich erhofft? Wie wollen wir es haben und wie sollen wir es gestalten? Was halten wir von seiner Integration und wie stellen wir uns diese vor? Derlei Fragen zu erörtern, fand ende September 1995 in Pozna??n??/Posen ein Symposium unter dem Titel statt, der jetzt auch der Haupttitel des hier angezeigten Jahrbuchs der Duitse Kroniek ist. Aus Deutschland und der Schweiz, den Niederlanden und Portugal waren Teilnehmer angereist zu inteerrkultureller und interdisziplinärer Diskussion. Fast alle der dort gehaltenen Vorträge sind in diesen Sammelband eingegangen, sowie noch einige andere Beiträge. Niederländisch-polnische Beziehungen gibt es auch ansonsten. Sie laufen nicht nur geographisch über Deutschland, das vereinigte nunmehr; schmerzliche Erinnerungen gehören dazu, unterschiedlich, aber erkennbar. Der Niederländer sieht in Polen die Aktualität einer nur allzu vertrauten, aber bei ihm selber abgeebbten Reizbarkeit, bei deutschen Autoren aber Hemmungen, welche in seltsamem Kontrast zur Virtuosität der Gedankenführung stehen. Polen fühlt sich seit langem von Europa verlassen und ihm dennoch nach wie vor zugehörig und erhofft sich dort nunmehr einen angemessenen Spielraum für die Verwirklichung neuer Möglichkeiten, während andere ja schon zu resignieren drohen. Denn auch der Europagedanke ist kompromittiert worden, und das wirkt sich in der Versuchung aus, ihn zu verabschieden und der Frage auszuweichen, was denn zu geschehen habe. Das wird referiert und kommentiert. Die Sinnfrage taucht auf, und philosophische Anstrengungen werden nachgezeichnet in Auseinandersetzung mit Ortega, ter Braak, Guardini, Heidegger, Jaspers, Canetti, Habermas. Bildende Kunst und Musik fehlen nicht ganz. So sei der Leser - der europamüde wie der hoffnungsfrohe - aufgefordert zur Teilnahme an solcher Besinnung.
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1 online resource (312 pages) : illustrations. :
Includes bibliographical references and index. :
9789004613119
